Wassercamp Nummer 25 im Wildpark Eekholt 2026
„So kann Unterricht immer sein!“, platzt es aus Johanna heraus. Die Achtklässlerin ist so begeistert vom Wassercamp, dass sie in diesem Jahr „Teamer-Azubi“ ist und von den Teamerinnen Marie und Isabel in die Aufgabe eingeführt wird. Die drei Mädchen zeigen den Jungforschern aus dem 5. Jahrgang, wie die Gewässeruntersuchungen durchgeführt werden müssen. Und diese antworten auf die Frage, was ihnen am Wassercamp gefällt: „Mit Wathosen im Wasser sein.“ oder „Die Pausen.“
Aber was ist das Wassercamp?
Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler untersuchen mit professionellen Methoden den Zustand der Osterau. Bei der biologischen Untersuchung keschern sie Lebewesen, bestimmen sie und analysieren auf dieser Grundlage die biologische Güte. Viele Bachflohkrebse und Köcherfliegenlarven deuten auf eine Gewässergüte 2 hin. Sie sind Zeigerorganismen. Aber die besonders interessanten Fänge sind immer noch die kleinen Fische! Die chemikalische und physikalische Untersuchung zeigt an, ob Schadstoffe im Wasser gelöst sind: Nitrat, Phosphat, Ammonium. Zusätzlich sind der pH-Wert, die Temperatur, der Sauerstoffwert und die elektrische Leitfähigkeit wichtige Anzeiger für die Qualität. Bei diesen Untersuchungen kommt es sehr auf Genauigkeit an: Tropfen müssen genau gezählt werden, mit Pipetten die richtige Menge Analysewasser abgemessen werden und die Zeit muss gestoppt werden. Besonders gerne untersuchen die Schülerinnen und Schüler die Strukturgüte des Baches. Dabei dürfen sie in Wathosen und mit Schwimmweste in das Wasser gehen und dort die Wassertiefe, die Struktur der Gewässersohle (Sandig? Schlammig? Steinig?) und die Fließgeschwindigkeit des Wassers messen. In ihren Camptagebüchern notieren sie die Ergebnisse und abends müssen die vier Messgruppen dann ihre Ergebnisse vorstellen und bewerten.
Zusammengefasst: Im Wassercamp werden naturwissenschaftliche Methoden und Kenntnisse mit einer Prise Abenteuer erworben und angewendet. Pädagogisch ist es ein Vorzeigeprojekt jahrgangsübergreifenden, inklusiven und handlungsorientierten naturwissenschaftlichen Lernens.
Viele Schülerinnen und Schüler kommen mehrmals mit. Und in diesem Jahr waren 7 ehemalige Schülerinnen und Schüler als Teamer dabei. Das Wassercamp hat ihr Interesse und Talent geweckt, ob als Ausbildung zur biologisch-technische Assistentin, das Biologieprofil in der Oberstufe, oder als Freizeithobby. Und sie übernehmen immer wieder gerne Verantwortung! Mit Jannis, Keno, Johanna und Henri sind im nächsten Jahr neue Teamer dabei.
Zu einem Camp gehört aber auch das Lagerleben: Herr Özdemir und Herr Gregor haben alles getan, damit die Schülerinnen und Schüler tolle Erlebnisse haben. Übernachtet wird in einem Holzhaus und in einer Jurte auf Isomatten in Schlafsäcken. Frühstück und Mittagessen gibt es in den Kiek-Ut-Stuben, aber abends wird gegrillt. Und in der Freizeit? Da können die Schülerinnen und Schüler die Ziege streicheln, auf den Hüpfkissen springen, die Wölfe beobachten oder … oder …. oder.... Denn nachdem der Park um 18 Uhr die Tore geschlossen hat, dürfen die übernachtenden Gruppen noch bis 20 Uhr im Park ganz in Ruhe die Tiere beobachten.
Das ganze Projekt wird seit vielen Jahren gefördert vom Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN), so dass die Schülerinnen und Schüler keine Kosten haben. Hintergrund ist die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, nach der alle europäischen Staaten verpflichtet sind, ihre Gewässer in einen möglichst naturnahen Zustand zu versetzen. Die Anne-Frank-Schule beteiligt sich seit 2012 an dem Projekt der „Schulen für eine lebendige Unterelbe“, das 2008 zum ersten Mal ein Wassercamp durchführte.
M. Schramm
Fotoserien
Wassercamp 2026 (DO, 02. Juli 2026)







































