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Rapper Ben Salomo zu Gast an der AFG
„Wo fängt Antisemitismus an?“ – Rapper Ben Salomo zu Gast an der
Anne-Frank-Gemeinschaftsschule Elmshorn
Am 17. Juni 2025 bekamen die neunten Klassen der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule besonderen Besuch: Der ehemalige Rapper und heutige Aufklärer Ben Salomo hielt einen eindrucksvollen interaktiven Vortrag über Antisemitismus in Deutschland. Die Veranstaltung war nicht nur informativ, sondern bewegte viele der Anwesenden nachhaltig – wie zahlreiche Schüler*innenberichte zeigen.
Ben Salomo, der im Süden Israels geboren wurde und später in Berlin aufwuchs, berichtete sehr offen von seinem Lebensweg. Vom Kind jüdischer Einwanderer über seine Karriere als erfolgreicher Rapper bis hin zu seinem Rückzug aus der Szene – seine Geschichte machte deutlich, wie stark Vorurteile und Ausgrenzung den Alltag jüdischer Menschen auch heute noch prägen können.
Die Schüler*innen schrieben im Anschluss über ihre Eindrücke – viele zeigten sich überrascht darüber, wie früh und oft unbemerkt Antisemitismus beginnt. Eine Schülergruppe fasste es treffend so zusammen:
„Ben Salomo hat uns durch seine persönlichen Beispiele sensibilisiert, um früh zu erkennen, wann und wie Antisemitismus beginnt.“
Immer wieder betonte Ben Salomo, dass es nicht erst körperliche Gewalt braucht, um von Antisemitismus zu sprechen. Auch scheinbar harmlose Witze, Klischees oder Stereotype können verletzend sein und das Fundament für ernsthafte Diskriminierung legen.
Durch einen Perspektivwechsel regte Ben Salomo die Schüler*innen dazu an, genauer hinzuschauen und eigene Denkweisen zu hinterfragen. Besonders eindrucksvoll fanden viele auch seine Aussagen über den Einfluss antisemitischer Äußerungen im Rap. Er sprach offen darüber, warum er sich letztlich entschloss, sich aus der Rapszene zurückzuziehen, nachdem antisemitische Texte – zum Beispiel von bekannten Rappern – immer salonfähiger wurden.
Ein Schüler schrieb dazu:
„Er hat sogar die Augen geöffnet, dass es möglich ist, überall, irgendwo ohne Diskriminierung zu leben, wenn wir nicht wegschauen.“
Was die Schüler*innen besonders schätzten, war der interaktive Charakter des Vortrags. Ben Salomo bezog sie aktiv ein. Ein Perspektivwechsel, der bleibt.
Besonders beeindruckt waren viele Schüler*innen davon, wie Ben Salomo es geschafft hat, seine eigene Lebensgeschichte mit gesellschaftlichen Fragen zu verknüpfen. Er zeigte nicht nur, wie weit verbreitet antisemitische Denkweisen noch immer sind, sondern auch, wie man sich aktiv dagegen einsetzen kann – durch Bildung, Dialog und klare Haltung.
Ein Schüler schrieb:
„Er hat mit Beispielen gearbeitet, die wir gut nachvollziehen konnten – zum Beispiel Situationen auf dem Schulhof oder in Chats. Man denkt gar nicht, wie oft man sowas hört oder sogar selbst sagt, ohne darüber nachzudenken.“
Solche Rückmeldungen zeigen, wie wichtig es ist, junge Menschen früh für Diskriminierung und Antisemitismus zu sensibilisieren. Durch seine Authentizität und Nahbarkeit konnte Ben Salomo genau das erreichen: Die Jugendlichen fühlten sich angesprochen und ernst genommen. Viele berichteten, dass sie nach dem Vortrag das Bedürfnis hatten, sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen und künftig achtsamer im Umgang miteinander zu sein.
Auch das Thema „Zivilcourage“ spielte eine wichtige Rolle. Immer wieder betonte Ben Salomo, dass es auf jeden einzelnen Menschen ankommt. Schweigen, wegschauen oder verharmlosen sei keine Option. Stattdessen ermutigte er die Schüler*innen, bei antisemitischen Bemerkungen – auch im kleinen Rahmen – den Mund aufzumachen und klar Stellung zu beziehen.
Eine Schülerin formulierte es so:
„Man hat gemerkt, dass er nicht nur informieren, sondern uns wirklich verändern wollte. Und ich glaube, bei vielen hat er das auch geschafft.“
Ein Zeichen gegen Antisemitismus – an unserer Schule.
Der Vortrag von Ben Salomo war nicht nur eine Informationsveranstaltung, sondern ein klares Statement: Unsere Schule steht für Respekt, Toleranz und ein friedliches Miteinander – unabhängig von Herkunft, Religion oder Weltanschauung. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Judentums und die persönliche Betroffenheit vieler Schüler*innen zeigen, wie wichtig solche Begegnungen sind.
In einer Zeit, in der antisemitische Vorfälle in Deutschland wieder zunehmen, ist es entscheidend, dass Schulen nicht nur Lernorte, sondern auch Orte der Haltung sind. Veranstaltungen wie diese tragen dazu bei, ein Bewusstsein zu schaffen – nicht belehrend, sondern berührend, eindringlich und auf Augenhöhe.
Ein herzliches Dankeschön!
Wir bedanken uns herzlich bei Ben Salomo für seinen eindrucksvollen Besuch, seine Offenheit und seinen Mut, auch unbequeme Wahrheiten anzusprechen. Ein großer Dank gilt auch den Organisator*innen dieses Projekttages, die diese wichtige Begegnung möglich gemacht haben.
Der Vortrag hat Spuren hinterlassen – und das ist gut so.
Vielen Dank an die ehemalige 9C und 9D aus dem Religionskurs von Herrn Stein für die Ausarbeitung des Artikels.
Die Schulgemeinschaft der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule Elmshorn


