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Gegen das Vergessen - Holocaust-Gedenktag der Stadt Elmshorn

Gegen das Vergessen

 

Hallo, ich bin Jonathan und bin zur Zeit im 10ten Jahrgang der AFG.
Am 30.1.25 war der Holocaust-Gedenktag der Stadt Elmshorn.
Wir als Schule waren natürlich auch dabei und mussten schon früh mit dem Planen eines Beitrags starten. Anfang der 10ten Klasse wählt man einen neuen WPU II. Einer davon war dieses Jahr: Geschichte im Nationalsozialismus. Dieser WPU konzentriert sich im gesamten ersten Schulhalbjahr auf den Beitrag beim GDV (Tag gegen das Vergessen).
Ich bin Teil dieses WPUs und wir entschieden uns schnell dazu, ein Theaterstück aufzuführen. Unsere Idee war eigentlich klar, wir wollten eine Widerstandsgruppe vorführen.  Wir hatten uns dann mit Widerstandskämpfern wie Elser, Bonhoeffer und die Weiße Rose beschäftigt und haben uns den Film zur Weißen Rose angeschaut. Unser Entschluss stand fest, wir nehmen die Weiße Rose.
Ab dann war jede Stunde meine absolut liebste, da die Schauspieler gewählt wurden und wir geprobt haben. Ich bekam die Rolle, die ich mir am meisten gewünscht hatte: Robert Mohr. Dieser war Kriminalobersekretär bei der Gestapo.

Mir macht es besonders Spaß, Rollen zu spielen, die meiner selbst am stärksten entfallen. Damit meine ich Rollen die das genaue Gegenteil von mir sind.

Der Text war schwer und die Wortwahl ein wenig veraltet, dennoch hatte ich Spaß, den Text zu üben. Von der Menge des Textes lag ich im guten Mittelfeld. Meine Erfahrungen mit den Schauspielerkollegen und in der Klasse waren etwas ganz Besonderes.
Wenn wir allein als Schauspielergruppe probten, war es extrem schön und Tipps oder Kritik wurden angemessen verteilt. Vor dem ganzen Kurz allerdings war es manchmal ein wenig schwer. Bei kleinen Fehlern, Versprechern oder Textabweichungen wurde gelacht oder sogar mit dem Finger auf einen gezeigt.

Zum Ende hin, als wir das Stück alle schon im Blut hatten, einzelne die Texte schon zur Hälfte oder ganz konnten, wurden die Proben im Schauspielerkreis immer schöner. Wir wuchsen, man kann schon fast sagen zu einer kleinen Schauspielfamilie, zusammen.

Bei den letzten Proben Ende Januar, kurz vor der Generalprobe, trugen fast alle ihr Kostüm und – wow - sahen wir gut aus. Die Generalprobe war wie immer eine halbe Katastrophe, aber wir waren sehr zuversichtlich, dass wir es packen. Wir haben tolle Lehrer, Frau Piroth und Herr Büchmann. Sie haben uns super vorbereitet und auch mit Herrn Trede am Ende war es echt cool.
Beim GDV gibt es zwei Vorstellungen: Eine vormittags vor den Schülern der Elmshorner Schulen und eine Abendveranstaltung für die ganze Stadt.

Ich kann natürlich nicht aus Zuschauerperspektive schreiben, aber als Schauspieler war der GDV dieses Jahr sehr gut, viele starke Stücke. Unser Stück war gegen Hälfte der Veranstaltung und auch wenn es nur vor den Schülern und deren Lehrern war, stieg die Aufregung massiv. Als wir dann aufstanden und Backstage gingen, zitterten mir fast die Knie. Vor gut 400 Menschen zu spielen war schon krass. Dann war es soweit, mein Bühnenbild wird aufgebaut und mein Kostüm sitzt noch nicht zu 100%. Ich bekam ganz kurz Panik, und dann war es soweit! Das Kostüm war ready und ich auch.
Als ich auf die Bühne ging, strahlte mich grelles Licht an, ich setzte mich auf meinen Platz und die Szene begann. Schlagartig war die Aufregung weg, in meinem Kopf nur der Text und das Stück. Es war ein fantastisches Gefühl. Als ich von der Bühne ging war ich mehr als glücklich!
Nach der Aufführung sprachen wir mit unserer Klasse und unseren Lehrern. Das war echt schön. Als wir dann nach Hause gingen, legte ich mich erst mal hin und machte mich bereit für die Abendaufführung. Die Abendaufführung war ein wenig anders, wir saßen nicht im Publikum, sondern in einem Klassenraum im ersten Stock der Schule. Man bekam kaum was mit! Herr Trede hatte für Snacks gesorgt, also verbrachten wir die Zeit gemeinsam und spielten Spiele. Als dann Pause war, gingen wir Backstage, denn nach der Pause waren wir die zweite Gruppe. Stress hatten wir diesmal keinen, die Mikros waren schon angebracht, da war die Schule vor uns noch nicht fertig.

Auch das Kostüm saß. Dann ging es los, natürlich war ich sehr aufgeregt, aber nicht ansatzweise so stark wie am Vormittag, weil man den Ablauf schon kannte. Meiner Meinung nach lief das Abendstück auch besser als das am Vormittag. Schön war auch das gemeinsame Singen auf der Bühne nach allen Auftritten. Alles in allem war das alles eine der besten Sachen, die ich je gemacht habe.